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Professur für Musikwissenschaft/Sound Studies

Prof. Dr. Jens Gerrit Papenburg


 
Kontakt
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Sprechstunde: Donnerstag 14-16 Uhr nach Vereinbarung (Sekretariat oder direkt)
 
Kurzbiographie
 
Publikationsverzeichnis


Forschungsprojekte

 
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Die Professur Musikwissenschaft/Sound Studies an der Universität Bonn will die Klangforschung im deutschsprachigen Raum nachhaltig an das wachsende internationale Forschungsfeld der Sound Studies anschließen und für dessen Entwicklung als eigenständiger und origineller Impulsgeber fungieren. Eine solche Originalität ist verstärkt auch auf den Umstand zurückzuführen, dass in Bonn die Sound Studies in der Musikwissenschaft verankert sind. Eine aufgrund von Musik als klingender Gegenstand an sich naheliegende Verankerung. Diese bildet jedoch ein markantes Merkmal, angesichts einer bisher primär durch Medien- und Kulturwissenschaft, Soziologie, Anthropologie und Science and Technology Studies vorangetriebenen Entwicklung der Sound Studies als transdisziplinäres Forschungsfeld.  
 
Die Bonner Professur steht für eine medien- und kulturtheoretisch avancierte Klangforschung mit historischem Tiefgang. Das heißt, dass Klang und Hören in Forschung und Lehre in ihrer vielfältigen Geschichts-, Kultur- und Medienspezifik untersucht werden. Dies geschieht in Hinblick auf die Musikforschung, indem der eigentümliche Charakter von Klang in der Musik in den Blick genommen wird. Hier setzt die Professur einen Schwerpunkt auf die Auseinandersetzung mit populären Musikformen, „produzierter“ Musik bzw. Musik und Medien in Geschichte (seit ca. 1800) und Gegenwart resp. in modernen Gesellschaften. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Auseinandersetzung mit Klang und Hören am Rand, aber auch außerhalb musikalischer Praxis. So werden Klang und Hören, das schließt auch die Grenzen zu unhörbaren Klängen ein, etwa in wissenschaftlicher Erkenntnisproduktion, Alltagskulturen, politischen Zusammenhängen ebenso untersucht wie technische Modellierungen von Hören oder Klangerzeugung in digitalen Medienkulturen. Daraus ergeben sich für die Professur folgende Forschungs- und Lehrschwerpunkte:
 
  • Konzeptualisierung von Klang in, an der Grenze und außerhalb der Musik
  • ​Musik und technische Medien seit ca. 1800
  • Instrumente des (Musik-)Hörens: Geschichte, Kultur, Bewirtschaftung
  • Sound Design und „produzierte“ Musik in Geschichte und Gegenwart
  • Klangästhetik  
 
Die Auseinandersetzung mit diesen Gegenständen und Themenfeldern folgt einem doppelten Interesse: Zum einen wird Wissen über Klang und Musik rekonstruiert und erzeugt. Zum anderen wird aber auch verstärkt durch Klang- und Musikanalyse Wissen über Subjektivierungs- und Mediatisierungs-, Industrialisierungs- und Globalisierungsprozesse als klangvermitteltes generiert. Vor diesem Hintergrund erlangt die Professur ihre Bedeutung durch die Mit- bzw. Weiterentwicklung eines Klangbegriffs, der – mit spezifischen Akzentuierungen – eine dem Textbegriff der Literaturwissenschaft, dem Bildbegriff der Kunstgeschichte oder dem Aufführungsbegriff der Theaterwissenschaft analoge transdisziplinäre Schubkraft verspricht. So setzt die Professur statt einer weiteren Kultur- oder Mediengeschichte von Musik und Klang eine Musik- und Klanggeschichte von Kultur und Medien programmatisch auf ihre Agenda, um zu erkunden, inwiefern Kultur und Medien in der Moderne klanglich verfasst waren und sind.

 

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